Neuseeland Report No. 9
 
Die letzte Woche hatte ich noch ein paar coole Freestyle Sessions in Taka. Freitag wars ziemlich gut und ich konnte relativ lange in guten Bedingungen Freestylen. Leider kam der für die Woche angekündigte SW-Wind nicht an, sodass wir nicht in Shoal Bay aufs Wasser konnten. Freitag Abend kam die Idee für einen Taranaki-Trip am Montag und Dienstag auf. Allerdings verschob sich die Diskussion ob Thomas Mum uns Schule schwänzen lässt auf Samstagmittag, weil Freitagabend dann erstmal Partytime aufm Zettel stand. Samstag bekamen wir nach einer langen Diskussion endlich Erlaubnis Montag und Dienstag in Taras zuverbringen. Die Vorhersage sah sau geil aus, was das ganze noch besser machte. Den Rest des Samstags verbrachte ich so ziemlich auf der Coach, in der Küche, vorm Laptop oder im Bett :D

 

   

Sonntag wollte ich nicht wieder den ganzen Tag rumgammeln und so ging ich mit John (Gastdaddy) und Elizebeth (Gastmum) ne Runde zur "Rangitoto Island" Segeln. Allerdings wars dann doch mehr eine Stunde lang Motoren, weil mal gar kein Wind war. Wir versuchten auf dem Weg mit einer Fischerleine und einem kleinen "fake-Fish" (oder blinker oder wie die Teile auch immer heißen) ein paar Fische zu fangen-->erfolglos :D In der schönen Bucht der Insel angekommen fuhren wir mit nem kleinen Beiboat an Strand und John und ich nahmen uns den ein Stunden marsch zum "Rangitoto Summit" gipfel vor. Ich bin normalerweise ja eher nicht so der Wandertyp, aber diesmal war es wirklich ganz interessant. Man ist nur ca. 5 Meilen von der Skyline Aucklands enfernt und fühlt sich fast wie im tiefsten Jungle, Meilen entfernt von irgendeiner Form von Zivilisation. Die Inssel ist nur ein 500 Jahre alter Vulkan, und überall findet man noch den schwarzen Lavastein, der sich in der Sonne ziemlich aufheizt. Als wir den Gipfel erreicht hatten wurden wir mit einer hammer Aussicht empfangen. Es war den relativ anstrengenden Marsch wert. Zurück, bergab gings auch ein bisschen schneller und nach einem kleinen Picknick auf dem Boat machten wir uns auf den Rückweg. Leider war immernoch garkein Wind und so mussten wir wieder den Monotonen Motorgeräuschen zuhörn. Als wir plötzlich ein paar Fische vor uns aus dem Wasser sprangen sahn schlug ich vor noch einmal die Leine auszuwerfen. Und tatsächlich nach ca. 20 Sek. hatten wir auch schon ein relativ fettes Ding an der Leine. Wir schmissen ihn allerdings wieder zurück. Danach hatte ich nochmal einen Versuch und nach ca. einer Minute Biss auch bei mir ein noch größerer an. Nach einem kleinem Fotoshooting schwamm auch dieser wieder in die Tiefe davon. Ein cooler Sonntag ging mit lecka Essen zuende. Morgen sollte es ab nach Taranaki gehn.

   

 

So hauten wir Montag morgens um 5 Uhr in Richtung Süden ab. Nach ca. 4 1/2 Stunden kamen wir in Taras an und es wehte ziemlich dolle. Wir waren die ersten am Spot und waren überrascht wie windig es war. Nach einiger Zeit kam der erste Local und wir fingen an aufzuriggen. Der Swell wurde immer größer und die Wellen fingen an auch vorm Channel weiter zubrechen. Es würde sehr schwer werden mit der krassen Strömung, der Windabdeckung, dem ziemlich ablandigen Wind und den nicht wirklich existierenden Channel mit dem 4,0er rauszukommen. Ich ging als 2. raus und verkackte es im wahrstem Sinne des Wortes. Ich hatte ein ziemlich schlechtes Timing und so endete ich 200 Meter Downwind und durfe über die Millionen Steinchen wieder raus und zurück zu den Autos. Netterweise nahm Anton mein Board. Ich revanchierte mich kurze Zeit später, als auch er in Lee über die Felsen krabbelte. Es war insgesamt kein gutes Wavesailing, da es einfach zuviel war. Selbst mit 4,0er und 75 Liter Board war man noch am Fliegen. So sparten wir unsere Energie lieber für den nächsten Tag, der etwas weniger Wind bringen sollte. Da wir alle sehr müde waren schliefen wir schon um 8:00Uhr ein und waren mit 11 Stunden schlaf dann mehr als Fit am nächsten Tag. Als wir wieder als erstens am Spot ankamen war es immer noch sehr sehr windig. Genaugenommen sah es genauso wie am Vortag aus. Wir riggten wieder das kleinste was wir hatten und gingen wenig später als ein paar weitere kamen raus. Da es diesmal etwas mehr Sideshore war, war es leichter rauszukommen, wobei die Wellen immer noch bis vorn Channel gebrochen sind. Ich schaffte es diesmal beim ersten Versuch und war froh das es fast genau richtig fürs 4,0er war. Wobei es auf den Wellen immernoch ein wenig viel war. Aber es kann nicht immer Perfekt sein. Ich hatte ein paar hammer geile Wellenritte und war super Stoked. Ich dachte zwar nach ein paar Waschgängen, ich hätte mein gesamtes Material Zerstört, was aber glücklicherweise nicht der Fall war. Nach ca. 2 Stunden waren meine Arme schon gefühlte 10 Meter lang und ich ging an Land um eine Pause zu machen. Es wurde inszwischen für Taranaki Verhältnisse relativ voll und als ich wieder zu meiner 2. Session des Tages rausging war es schon schwer die guten Wellen zu bekommen. "Gute Wellen" sind meistens die letzten des Sets, die alle haben wollen, da sie schön groß sind und wenn man sich abmault hat man ganz gut Zeit sich zu sortieren und schnell abzuhaun. Hingegen wenn du eine der ersten Wellen des Sets genommen und dich abgemault hast, hast du schön noch mindestens 3 andere fette Wellen in die Fresse bekommen. Ich Surfte bis ich in beiden Armen und Beinen mega Krämpfe bekam, die ich nur verhindern konnte, indem ich alles gestreckt hielt. Ich fuhr zurück an Land, allerdings war es inszwischen Ebbe und so durfte ich schön ne Runde schleppen, was mit meinen Krämpfen sehr amüsant war :D Insgesamt war es meine Beste Wavesailsession, die ich bisher hatte und jetzt freu ich mich nochmehr auf den nächsten Trip. Zudem blieb mein Material heil, was wenn man sich 3 andere Leute, die mit gebrochenen Masten und Segeln aus dem Wasser kamen ansah, keine selbstverständlichkeit war. Allerdings wäre es der Tag auch wert gewesen.

Local am Montag mit viel Wind und Welle.

Mittwoch war dann doch mal wieder Schule angesagt =), was aber auch ok war. Nachmittags ging ich mit ein paar Freunden an Strand. Wir chillten die meiste Zeit und ich kurierte meinen Muskelkater aus. Donnerstag machte ich so ziemlich das gleiche. Freitag war die 3 Tage Woche dann auch schon um und es war Wochenende. Abends ging ich zu na Freundin, haute aber auch schon um 12Uhr ab, da ich Samstag zum Windsurfen fit sein wollte. Um 12Uhr Mittags am nächsten Tag war ich dann in Orewa mit dem 5,3er und Flare auf dem Wasser. Es war sau geil als eine krasse Front über den Strand zog, wir auf das kleine Waveboard wechstelten und so eine geile Jumpsession hatten. Sonntag sollte es noch besser werden. Und so fuhren wir Sonntag morgens um 7:30Uhr ziemlich müde von der letzten Nacht wieder nach Orewa. Diesmal war es deutlich windiger und die Wellen waren auch größer. Es war Cross-Onshore und ich nahm das 4,7er und den 75er Evo. Ich war leicht überpowert, was aber zum jumpen genau richtig war. Ich probierte soviele Back- und Pushloops auf einem Schlag wie noch nie zuvor. Sie klappten auch immer besser wobei ich keinen clean landetet. Nach 3 Stunden rotieren ging es erstmal im Neo zu Subway, wo es einen schönen 1 Foot long Chicken Fillet Sub gab. Nach der Mittagspause gings nochmal raus, allerdings hatte der Wind weiter zugenommen und so ging es nach 2 Stunden nach Takapuna, wo wir eigentlich noch ein bisschen Freestylen wollten. Jedoch sah es nicht gut aus und so gingen wir nicht mehr raus.

Ich am Dienstag mit bisschen weniger Wind.

Montag wurde aufgrund des schlechten und sehr windigen Wetters mein Geo-trip gecancelt und so ging ich direkt nach der Schule wieder nach Takapuna. Es war wieder einmal sehr gut zum Freestylen mit dem 4,7er. Wir surften bis es dunkel wurde und packten dann im Dunkeln zusamm. Heute (Dienstag) hat es fast den ganzen Tag geregnet und der Wind war nach der Schule verschwunden, sodass wir im Haus chillten. Freitag gehts vll schon wieder runter nach Taranaki, wenn die Vorhersage sich nicht mehr ändert. Also nur noch die letzte Schulwoche vor den Ferien überstehn und dann ab in die Welle =)

So long,

Leif

 

Text: Leif Bischoff
 
 
©Leif Bischoff