Neuseeland Report No. 11
 
Und wieder ist eine Weile vergangen. Es geht hier in Neuseeland ganz langsam auf den Winter zu, was bis jetzt allerdings noch nicht so richtig zu spüren ist. Mittwoch und Donnerstag passierte nicht viel und ich bereitete mich nur langsam auf den bevorstehenden Taranaki Trip vor. Freitag ging es sehr früh morgens los und so waren wir auch schon gegen 10:30 in Waitara einem guten Wavespot, der bei Süd-Westlichen Winden gut funktioniert. Leider war der Swell nur ca. Hüft-Schulter hoch. Wir gingen erstmal mit dem Freestyler und 5,3er raus. Wir wechselten wenig später jedoch aufs kleine Waveboard, mitdem wir ein paar gute Ritte und Sprünge bekamen. Nach ca. 4 1/2 Stunden zog eine krasse Regenfront durch, die leider den Wind mitnahm. Ich war zum Glück ziemlich nah am Land, sodass ich es grade so zurück geschafft hab. Jebbe hingegen hatte eine nette Schwimmsession.

 

   

Samstag war der Swell deutlich größer, jedoch war die Windrichtung absolut sche***. Wir suchten ziemlich lange nach dem Richtigen Spot, konnten ihn jedoch nicht finden. Hier zu Off-, da zu Onshore. Als wir relativ spät rausfanden wo die Locals unterwegs waren, kamen wir an einen beeindruckend großen Strand mit vorgelagerten Felsen. Das Problem war, dass wir keinen Windsurfer auf dem Wasser sahen. Nach ca. 10 Minuten entdeckten wir dann ein Segel in einem weit entfernten Break in Luv. Wir hatten keine Ahnung wie die da hingekommen sind. Ein weiterer Local ging raus und versuchte schreg hoch zum Break zu kreuzen. Der Wind drehte immer mehr Offshore, was das ganze ein wenig gefährlich machte. Wenig später kam einer der 4 Locals die draußen waren zurück und sagte, dass ihm das zu gefährlich wird mit dem drehenden Wind. Die Windrichtung ist wohl immer ein wenig komisch. Er und ein Freund wurden mit einem Quad zum Break gefahren und haben sich so das heftige hoch kreuzen erstpart. Insgesamt tendierten wir immer mehr dazu es für heute aufzugeben und surfen zu gehen. Das taten wir dann auch und hatten so noch ein bisschen Spaß in den Wellen. Unsere Hoffnungen ruhten auf Sonntag. Wir standen früh auf und leider war die Windrichtung immer noch nicht wirklich gut. Thomas probierte in Pungas rauszugehen, allerdings war es zu ablandig und er durfte ordentlich schwimmen. Wir endschieden uns daraufhin nach Kina Rd zu fahrn, wo der Wind mehr Sideshore sein sollte. Die Windrichtung war dort auch besser, jedoch waren die Wellen nicht so Clean wie in Pungas. Wir Windsurften für ca. 2 Stunden und stoppten auf dem Weg zurück in Pungas. Dort sah es inszwischen besser aus und nachdem wir uns überwinden konnten über die Felsen zu latschen riggten wir auf. Es war Ebbe und dadurch ein sehr schmerzhafter, langer und anstrengender marsch über die Steinchen. Der Wind war ziemlich schwach und so war es schwer rauszukommen. Nachdem ich ein paar Seeigel platt getreten hatte dümpelte ich raus um ein paar Wellen zu kriegen. Nach 2,3 geilen Wellen stellte ich fest, dass der Wind langsam aber sicher anfing einzuschlafen. Ich schaffte es grade noch relativ nah an Land zurück und schwamm so nur 5min. Danach durfte ich mein Material wieder tausende Meter über die Felsen schleppen. Wenigstens schaffte ich es diesmal den Seeigeln aus dem Weg zu gehen. Als wir abriggten hatten wir auf der einen Seite den Sonnenuntergang und auf der anderen Seite den Vollmond über der mit Schneebedeckten Bergspitze. Leider mussten Jebbbe und ich am Abend schon wieder zurück nach Auckland fahren, da er Montag irgendwas wichtiges in der Uni hatte. Wir hatten diesmal ein wenig Pech mit den Windrichtungen, aber es war trotzallem ein gelungener Trip.

   

 

Montag hing ich mehr oder weniger den ganzen Tag rum und ging abends noch auf ne Party. Dienstag war ein wenig Wind, jedoch konnte ich nur zum See gefahren werden, wo es extrem böig und kabbelig war. Mittwoch ging ich nochmal auf den See, die Bedingungen waren ziemlich genauso wie am Vortag. Donnerstag gings abends auf die Abschiedsparty vom Freund, der wieder zurück nach Deutschland geht. Ich blieb nicht so sehr lange, da ich am nächsten Morgen um 6:30 Uhr aufstehen musste, weil wir übers Wochenende in Norden zur Bay of Island fahren wollten. Nach ein paar Stunden Autofahrt kamen wir in der Bay of Island an. Das Wasser war Karibik türkis und in der großen Bucht sind viele kleine Inseln. Um 1 Uhr gingen wir an Board der "Explorer", mit der wir raus zu den Delphinen wollten. Leider ließen sich die Delphine am Anfang nicht blicken und so besichtigten wir erstmal "the hole in the rock". Auf dem Rückweg tauchten ca. 20 Delphine auf und schwammen drirekt neben und unter dem 2 Kufen Boot. Wir durften leider nicht ins Wasser und mit ihnen schwimmen, weil die Baby Delphine alle 3 Minuten gefüttert werden müssen und durch schwimmer möglicherweise so doll irritiert werden, dass sie ihre mum verlassen und sterben. Es war ne geile Erfahrung, da ich vorher noch nie Delphine in Natura gesehn hab.

Samstag wachten wir auf und es regnete ziemlich krass. Die Wettervorhersage versprach Wind für diesen Tag und so fuhren wir weiter in nördliche Richtung um einen guten Spot zu finden. Nach 2 Stunden rumfahrerei und etlichen Stränden stellte wir fest, dass es nicht so wirklich windig war und gaben auf. Wir besichtigten daraufhin zwei Wasserfälle, wobei die Besichtigung wegen des Regens eher kurz ausfiel. Insgesamt ein sehr nasser Tag. Da der nächste Tag genauso sein sollte endschieden wir uns Jebbe zu besuchen, der hat eine Stunde von der Bay of Island entfernt ein Ferienhaus. Das Ferienhaus ist direkt auf dem Strand einer Wunderschönen Bucht. Auch hier war null Wind, was aber nicht ganz so schlimm war, da Jebbe drei Boote, Wakeboard und Wasserskies, ein Quad, einen Traktor, ein Motorcrossbike und einen Beachbuggy hat und so kam definitiv keine langeweile auf. Wir gingen erst mit dem 250 PS Boot fischen, was ca. 2 Stunden dauerte. Als wir mit mehreren Abendessen zurück kamen und grade am Strand waren, sahen wir plötzlich ein paar Delphine in der Bucht. Da sie relativ nah am Strand waren sprangen Jebbes Bruder und ich ins Kajak und paddelten raus. Wir unterschätzen allerdings die Geschwindigkeit mit der die Delphine schwammen und paddelten immer knapp hinter ihnen ohne sie wirklich einholen zu können. Nachdem unsere Arme schon schmerzten und wir ziemlich weit draußen waren kamen Jebbe und Thomas zum Glück mit dem 8 PS Boot und sammelten uns auf. Wir verfolgten die Delphine für ca. 25min. Sie schienen gerade am Fische jagen zu sein und so sprangen sie leider nicht aus dem Wasser. Ich war ziemlich stoked, da ich jetzt schon das 2. mal Delphine sehr nah erleben durfte. Nach ein paar Sandwichen spielte ich n bisschen mit dem Traktor und dem Quad rum. Kurz darauf stand auch schon die nächste action an: Wakeboarden mit dem Wakeboardboot :D. Ich bekam es relativ schnell gebacken und es hat mal mega bog gebracht. Als die Sonne anfing unterzugehn tauchten aufeinmal wieder die Delphine auf. Wir folgten ihnen und diesmal jumpten sie krass ausm Wasser und zeigten jede Menge Action. Nach einiger Zeit ließen wir die Delphine alleine und fuhren zurück zum Strand, wo das Abendessen anstand. Nach ordentlich Fisch und Steak gabs geschmolzene Marschmellows am Lagerfeuer. Ein mehr als geiler Tag ging zuende.

Montag gings früh hoch um im extrem glatten Wasser Wakeboarden zu gehn. Nach dem Frühstück ging ich ein wenig mit dem Motorrad und dem Beachbuggy im Matsch und Sand spielen, wobei mir meine weiß, hellgrüne Boardshorts sehr Dankbar war. Um 2Uhr mussten wir leider auch schon wieder zurück nach Auckland, weil mein Gastvater John einen Neuseeländischen Pass bekam, die übergabe ist mit einer "kleinen" Zeremonie verbunden, die 2 Stunden lang geht. Thomas und ich ersparten uns diese und chillten indessen lieber. Dienstag gingen wir nach Takapuna Windsurfen, wo ich mir nach 15min leider mein Knie gegen den Mast haute und so ein bisschen pausieren musste. Als wir bei Ebbe wieder rauswollten schlief der Wind ein. Ich kaufte mir noch ein Paar Laufschuhe und dann ging es ab nachhause. Heute (Mittwoch) chillte ich mehr oder weniger die meiste Zeit. Morgen und Samstag soll ordentlich Wind kommen und wir bekommen hoffentlich ne geile Freestylesession in Shoalbay.

Soo long, meine Finger müssen sich jetzt erstmal vom Tippen erholen ;-)

Haunse Leif

Text: Leif Bischoff
 
 
©Leif Bischoff