| Neuseeland Report No. 4 |
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Am Freitag musste ich schon wieder für 2 Stunden in die Schule, denn es fand eine traditionelle "Maori-Wilkommensfeier" statt. Die Maoris sind die Ureinwohner Neuseelands und eine solche Wilkommensfeier findet auch statt wenn du zb. neu in eine Firma gehst. Das Beste daran ist, das die ganze "Vorstellung" in der "Maori-sprache" stattfindet und soziemlich keiner auch nur ein Wort versteht;-D
Das wars dann aber auch zum interessanten Kulturpart in meinem Report ;D In der Schule traf ich ein paar andere deutsche mädels und wir verabredeten ein treffen am Strand (war kein wind). Allerdings kam ich erstmal 25min zu spät kam. Dort chillten wir dann ein paar Stunden und gegen Abend gabs ne geile BBQ-Pizza. -->Kein sehr spannender Tag...
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Zum Glück wurde der Samstag wieder spannender, leider kein Wind dafür aber ein schöner Swell und so fuhren wir nach Orewa, wo ich meine erste Surfsession hatte. Leider ist es wie sovieles was leicht aussieht nicht leicht und ich wurde ziemlich häufig gewaschen. Die Welle waren wirklich super clean und perfekt zum üben. Gegen Ende gelang mir dann auch ein Ritt, den man als solchen bezeichnen konnte. Mein Watercase hatte an dem Tag auch den absoluten härte test. Zum Glück meiner Kamera hat es ihn bestanden! So fuhren wir am Abend happy und mit nem Surfboard auf dem Einkaufszettel zurück nach Hause.
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Der Sonntag brachte zu unserem Bedauern weder Wind noch Swell. So ging ich am Morgen seit etwas längerer Zeit mal einen "Nicht-Wassersport" treiben und Joggte ne Runde und machte Krafttraining. Ich plante insgesamt ca. 1 - 1 1/2 Stunden ein. Wobei ich nicht mein verlaufen aufm Rückweg mit einberechnete :-P Da ich mich komplett verlaufen hatte, schon leicht fertig war und nur mit Hilfe einer Omi den Weg fand, kam ich nach ca. 2 -2 1/2 Stunden ziemlich geschafft zum Haus zurück. Den rest des Tages chillte ich und ging einkaufen, also auch nicht weiter spannend.
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| 3-Tages Taranaki-Wave-Trip |
Montag war Abreise- und erster Schultag zugleich. Ich fand mich in der riesigen Schule schnell zurecht und es war eigentlich ein wirklich witziger Tag zudem lernte ich viele coole Leute kennen. Vorallem im Franz Unterricht hatten wir viel spaß, da die Lehrerin komplett durchgeknallt ist ;-D Insgesamt gefällt mir das Schulsystem hier recht gut.
Direkt nach der Schule stiegen wir in den bereits am Vorabend gepackten T5 und machten uns auf den Weg an die Westküste runter nach Taranaki. Nach ca 4 Stunden erreichten wir Abends unsere Unterkunft. "Wavehaven" ist eine schon ziemlich bekannte billige Unterkunft, in der man für 25€ pro Person ein Zimmer bekommt. In dem Zimmer ist dann außer Betten und einem Sessel nicht viel. 2 Meter von dem kleinen Haus entfernt ist ein sehr großes mit mehreren Badezimmern, Küche, Wohnzimmer, Beamer und Tausend DvDs. Jeder bringt sein eigenes Essen und Trinken mit, welches man sich dann zubereiten kann. Es ist alles sehr gemeinschaftlich und die Leute (hauptsächlich surfer) waren super nett. Zudem kann man den vorhandenen Wireless Zugang, wenn man nett fragt ohne Probleme benutzen.
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| Wir brachen am Dienstag Morgen gleich nach dem Frühstück zum Wavespot auf. Bei unserer Unterkunft wehte nur ein kleines Lüftchen, jedoch als wir nach 15min fahrt auf dem "Surf-Highway" und 5min fahrt auf Sandwegen beim Spot ankamen waren wir wirklich beeindruckt. Es bließ mit ca. 40 Knoten schräg ablandig, der Swell war Masthoch, einige Wellen auch höher und die Gischt der sich brechenden Wellen flog durch die Luft. Da der Dienstag ein normaler Arbeitstag ist und es zudem noch sehr früh war, befanden sich keine anderen Leute am Spot. Das Problem bei diesem Wavespot ist, dass man nicht einfach mal sagen kann "Ok, ich probier mal obs geht". Denn schon der Ein- und Ausstieg durch den Channel ist nicht ganz ohne bei diesen Bedingungen. Wenn man beim zurückkommen den ca. 2,5m breiten Channel aus irgendeinem Grund verpasst, steht einem ein sehr schmerzhafter und "Materialschädlicher" Ausstieg über tausende von Felsen bevor, bei dem man immer wieder vom von hinten kommendem Weißwasser auf die Steine gewaschen wird. Doch das ist bei weitem nicht das schlimmste, was einem passieren kann. Denn ein Crash im Pointbreak könnte durchaus noch schmerzhafter sein. Jedoch das allerschlimmste wäre ein Materialverlust, denn dann wird es sehr sehr sehr schwer gegen Wind und auch Strömung wieder zurück zuschwimmen und wie mir vorher mehrmals versichert wurde braucht man nicht auf den Coastguard oder jemanden anders der einen helfen könnte zu warten, da der jenige selbst sein Leben riskieren würde und nicht viel machen könnte. Die Küstenwache (Coastguard) würde Stunden brauchen und auch dann ist eine Rettung nicht ganz leicht. Das waren die Gründe warum wir erstmal ruhig blieben, zumal unser Material eh zu groß wäre. |
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Später am Nachmittag, so gegen 3 Uhr, kamen dann ein paar Locals, jedoch gingen auch die, trotz eines verfügbaren 3.3qm Segels nicht raus. Um 4 Uhr kamen 3-4 der besten Locals zum Break und riggten auch auf! Wir waren sehr gespannt und kurze Zeit später gingen 2 mit 4,0er Segeln und 68 Lieter Boards bewaffnet raus. Selbst sie taten sich nicht ganz leicht, wobei sie ein paar extreme Wellenritte hinlegten. Wir konnten ein paar geile Fotos machen und dann kamen sie auch schon nach 20-30min wieder rein, weil es eindeutig zuviel war. Ein "kranker" ging sogar 10min mit einem 4,7er raus !!!
Aber da sie uns alle versicherten, dass es heute echt krass ist, viel uns die Entscheidung es heute lieber zu lassen nicht ganz so schwer, vorallem weil der nächste Tag vielversprechend aussah.
So gingen wir nach einer fetten Portion Nuddeln, mit der Hoffnung auf einen geilen Surftag, pennen. |
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| Am nächsten Morgen ging es wieder nach dem Frühstück ab zum Spot. Diesmal erwartete uns ein schwächerer Cross-Off-Offshore Wind und der Swell war nahezu gleich geblieben. Jedoch ein wenig cleaner und etwas kleiner. Wir waren wieder alleine und riggten alle unser 4,7er Segel auf. Thomas probierte es als erster und stand ziemlich häufig. Er schaffte es grad noch so in den Channel zurück und wir waren alle leicht pissed, da der Wind so ablandig und dadurch erst sehr weit draußen ausreichend war. Inszwischen hatten Jebbe und ich unser 5,3er aufgebaut und auch Thomas riggte langsam auf 5,3 um. 10min Später kam Mike einer der besten Locals und nachdem es so aussah, als ob der Wind wieder zugenommen hätte, entschied er sich das 4,7er aufzuriggen und empfahl uns es ihm gleich zu tun, was wir mit dem hintergedanken nicht überpowert die Wellen abreiten zu müssen auch taten. Schließlich gingen wir alle raus und kamen auch nach ein bisschen schwimmen gut weg. Nachdem ein weiterer sehr guter Local mit 5,2qm zu uns kam und wir inszwischen 5 Leute auf dem Wasser waren schlief der Wind ohne das wir eine richtige Welle erwischt haben nahezu komplett ein. Mike war sehr glücklich und bekam im letzten Moment noch eine große Welle, die ihn direkt in den Channel beförderte. Chris der andere Local dümpelte in den Pointbreak und schnappte sich dort eine Masthohe Welle, die ihn wie Mike perfekt in den Channel brachte. Man muss dazu sagen, das diese Technik sehr viel timing, können, Erfahrung und Mut braucht. So blieben die 3 "Amateure", sprich Thomas, Jebbe und ich über. Ich war eigentlich recht froh relativ weit weg vom Pointbreak und somit in "Sicherheit" zusein. Wir alle versuchten noch ein bisschen Richtung Land zu dümpeln, jedoch ohne wirklichen Erfolg. Jebbe und Thomas entschieden sich daraufhin abzuriggen, alles aufs Surfboard zupacken und dann auf diesem rein zupaddeln. Ich hingegen probierte noch auf meinem 75 Lieter Evo einem halben Meter unter der Wasseroberflächen in Richtung Land zu dümpeln, wobei auch ich dies aufgeben musste als wirklich gar kein Wind mehr war. Aber ich entschied mich mein Segel nicht abzuriggen, da ich befürchtete, dass ich wenn ich gewaschen werde Gefahr laufe die ganzen Einzelteile zu verlieren. Natürlich verpassten wir alle drei den Channel und mussten den harten Weg über alle Felsen nehmen. Ich war deutlich langsamer als die anderen beiden und konnte durch mein Segel auch nicht die Welle abreiten wie sie es taten. So wurde ich auch schön gewaschen. Glücklicherweise wurde ich nicht gegen einen großen Felsen gewaschen und kam mit leichten blauen flecken ins knietiefe Wasser. Netter weise kam Jebbe mir entgegen und nahm mein Board. Ich trug dann mein Segel 20-25m über große und kleine Felsen. Geschafft! Nach ungefähr 45min Schwimmen und tragen war ich dann endlich wieder leicht erschöpft beim Auto. Die Locals belächelten das ganze natürlich ein bisschen. |
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Und wie es dann so ist wurde es 8min später wieder windiger und Chris ging gleich wieder raus! Ich dachte ich guck nicht richtig. Allerdings schien es wirklich besser zu sein, denn er war häufiger im Gleiten. Mike und kurz danach auch Thomas gingen auch, nun mit dem 5,3er, wieder raus und auch sie schienen gut klarzukommen. Ich, immer noch leicht eingeschüchtert von der Schwimmaktion (genau wie Jebbe), riggte langsam mein 5,3er auf. Nach ca. 25min gingen Jebbe und ich dann auch raus und tatsächlich war der Wind jetzt schon fast zuviel und vorallem mehr Sideshore. Ich hatte auch meine ersten wirklichen Wellenritte! Es war wirklich wahnsinnig man surft raus und sieht vorsich ein Set in form von 3 hintereinander folgenden hohen Wogen kommen, dann muss man schnell halsen oder wenden und surft auf der Woge bis sie aufs Riff trifft, sich formt und dann anfängt clean von rechts nach links zu brechen und man kann sie perfekt abreiten! Sowas hatte ich noch nie "live" gesehn und es war wirklich beeindruckend. Es war ein bisschen so wie man es von den Helikopter aufnahmen aus Maui auf den DvDs kennt. Ich war die ganze Zeit fast durchgehend überpowered und hatte dann einen sau krassen Cutback auf einer hohen Welle. Leider konnte ich den dann folgenden Spin Out nicht mehr kontrollieren und wurde schön mitten im break gewaschen. Da es die erste Welle des Sets war bekam ich die 2. auch noch ab und wollte dann schnell Wasserstarten und probieren die 3. zu übersurfen. Womit ich jedoch nicht gerechnet hatte war, dass ich mitten im Break schwimmend plötzlich in beiden Oberschenkeln mega Krämpfe bekam und sie grad noch so stoppen konnte in dem ich meine Beine gestreckt hielt. Es war eine echt beschi**ene Situation, da ich eigentlich schnell weg musste wenn ich noch irgendwie den nächsten krassen Waschgang umgehen wollte. Ich schaffte es dann in Richtung Land direkt vor der Welle zu starten, entkam ihr und visierte den Channel an, den ich dann glücklicherweise diesmal auch erreichte. Aufgrund der krämpfe machte ich eine Pause und ging später bei Ebbe nochmal raus. Bei Ebbe ist das rein und raus gehen noch übler, denn der Weg zum Wasser über die Felsen ist dann noch länger und der Channel existiert nahezu nicht. Der nächste Nachteil den ich feststellte als ich grade einen Buttomturn im Break machte war, dass ein relativ großer Felsen ausm Riff deutlich zum Vorschein kam. Ich machte mir danach ein paar gedanken, wie tief das Riff nun noch unter der Wasseroberfläche ist und was passiert, wenn man jetzt noch ordentlich gewaschen wird. Ich fand das zu meinem Glück nicht herraus und kam auch diesmal wieder heil an Land zurück.
Insgesamt war es ein echt geiler Trip, der aufjedenfall wiederholt werden muss. Ich hatte meine ersten Ritte in einigen Masthohen Wellen und vielen etwas kleineren, wobei man sagen muss, dass man eine Masthohe Welle so oder so surfen kann. Bei den Locals sah das dann doch noch anders aus. Rundherum um den Spot ist nur Natur und nicht alles bebaut, lediglich ein paar Felder und im hintergrund die großen Berge...ein wunderschönes Bild. Solche Orte gibt es nicht mehr häufig auf der Welt....
Leider hat keiner gute Fotos von mir gemacht, da wir sogut wie immer gleichzeitig auf dem Wasser waren. Ich hoffe ihr enjoyed den doch sehr lang geratenen Report,
Seeya Leif |
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Text:
Leif Bischoff |
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